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Gesundheit · Das Labor lesen

Blutwerte verstehen: Die elf Werte, die wirklich zählen

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Ein Laborbefund hat dreißig Zeilen, elf davon entscheiden über die nächsten Jahrzehnte. Was LDL, HDL, Triglyceride, HbA1c, Nüchternglukose, CRP, Vitamin D, Ferritin, TSH, ApoB und Lipoprotein(a) bedeuten und welche Werte du anstreben solltest.

Kurz gesagt

  • LDL-Cholesterin und Blutdruck bestimmen das Herzkreislauf-Risiko; das Ziel liegt für Gesunde unter 116 mg/dl, für Risikopatienten tiefer.
  • HbA1c zeigt den Blutzucker der letzten drei Monate: unter 5,7 Prozent ist normal, 5,7 bis 6,4 Vorstufe, ab 6,5 Diabetes.
  • CRP unter 1 mg/l heißt wenig stille Entzündung, Vitamin D 30 bis 50 ng/ml ist der Zielbereich, Ferritin zeigt Eisenspeicher.
  • Lipoprotein(a) einmal im Leben messen: Es ist genetisch, häufig und in normalen Befunden nicht enthalten.

Die Blutfette

LDL-Cholesterin transportiert Fett in die Gefäßwände und ist ursächlich für Arteriosklerose. Für Gesunde gilt ein Ziel unter 116 mg/dl, bei erhöhtem Risiko unter 100, nach Herzinfarkt unter 55. HDL ist der Rücktransport, Werte über 40 bei Männern und 50 bei Frauen sind erwünscht, aber HDL zu erhöhen bringt nach neuer Erkenntnis wenig. Triglyceride unter 150 mg/dl sind normal, sie steigen mit Zucker, Alkohol und Bauchfett. ApoB zählt die Zahl der schädlichen Partikel und ist genauer als LDL; ein Wert unter 90 mg/dl ist gut. Lipoprotein(a) ist ein genetisch bestimmter Risikofaktor, den jeder fünfte erhöht hat; einmal im Leben messen, über 50 mg/dl heißt konsequenter bei allem anderen.

Der Zuckerstoffwechsel

Nüchternglukose unter 100 mg/dl ist normal, 100 bis 125 gestört, ab 126 Diabetes. Der HbA1c zeigt den Durchschnitt der letzten drei Monate: unter 5,7 Prozent normal, 5,7 bis 6,4 Prädiabetes, ab 6,5 Diabetes. Wer im Prädiabetes ist, kann mit Gewicht, Bewegung und weniger Zucker in sechs Monaten zurück in den Normalbereich. Nüchterninsulin ist ein Frühwarnwert, den kaum jemand misst: Über 10 mU/l deutet auf Insulinresistenz, Jahre bevor der Zucker steigt.

Entzündung, Vitamin D, Eisen, Schilddrüse

Hochsensitives CRP unter 1 mg/l heißt wenig chronische Entzündung, 1 bis 3 mittleres, über 3 erhöhtes Herzkreislauf-Risiko, sofern kein Infekt vorliegt. Vitamin D als 25-OH-D: unter 20 ng/ml ist Mangel, 30 bis 50 der Zielbereich, über 100 zu viel. Ferritin zeigt die Eisenspeicher: unter 30 ng/ml bei Frauen und unter 50 bei Männern ist zu wenig, sehr hohe Werte deuten auf Entzündung oder Eisenspeicherkrankheit. TSH zwischen 0,4 und 4 mU/l ist normal; Müdigkeit, Gewichtszunahme und Kälteempfindlichkeit bei hohem TSH sprechen für eine Unterfunktion.

Was ein einzelner Wert nicht kann

Ein Wert außerhalb des Bereichs ist ein Hinweis, keine Diagnose. Referenzbereiche beschreiben 95 Prozent der Gesunden, also liegt jeder zwanzigste gesunde Wert außerhalb. Wichtig ist der Zusammenhang: Hohe Triglyceride, niedriges HDL, hoher Bauchumfang und hoher Blutdruck zusammen sind das metabolische Syndrom, auch wenn jeder Wert nur leicht auffällt. Und die Richtung: Ein LDL, das in drei Jahren von 110 auf 150 steigt, ist wichtiger als eines, das seit zehn Jahren bei 130 liegt.

Vor dem Arzttermin

Nüchtern erscheinen, am Vortag keinen Alkohol und kein hartes Training, Werte der letzten Jahre mitbringen, und drei Fragen vorbereiten: Welcher Wert ist der wichtigste für mich, was ist das Ziel, und wann messen wir wieder.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich Blutwerte messen?

Gesunde ab 35 alle zwei bis drei Jahre, ab 50 jährlich, bei auffälligen Werten oder Änderungen im Lebensstil nach drei bis sechs Monaten zur Kontrolle.

Ist hohes Gesamtcholesterin schlimm?

Das Gesamtcholesterin allein sagt wenig, weil es HDL enthält. Entscheidend sind LDL und ApoB, in Verbindung mit Blutdruck, Rauchen, Diabetes und Familiengeschichte.

Was kann ich vor der nächsten Messung ändern?

In zwölf Wochen: weniger Zucker und Alkohol senken Triglyceride, Ballaststoffe und weniger gesättigtes Fett senken LDL, Bewegung und Gewichtsverlust senken HbA1c und CRP, Vitamin D im Winter hebt den Spiegel.

Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden, bestehenden Erkrankungen oder vor Änderungen an Medikamenten sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.