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Spanien: So lebt man hier länger

Sehr hoch83,3 Jahre Lebenserwartung

Spanien liegt bei der Lebenserwartung in Europas Spitzengruppe und soll laut Prognosen bis 2040 Japan überholen. Olivenöl, Hülsenfrüchte, Fisch, das abendliche Spazieren und ein Gesundheitssystem mit Hausärzten, die ihre Patienten kennen, machen den Unterschied.

Die kurze Antwort

Mediterrane Ernährung, Sonne und der tägliche Paseo tragen ein langes Leben, die Raucherquote und die Siesta-Kultur mit spätem Essen sind die Schwächen. Die Lehre: Olivenöl, Hülsenfrüchte, zu Fuß gehen.

Was du übernehmen kannst

  • Olivenöl als Hauptfett: vier Esslöffel am Tag, kalt über Gemüse und Salat, senkten in der PREDIMED-Studie Herzinfarkte um rund 30 Prozent.
  • Hülsenfrüchte drei Mal pro Woche: Linsen, Kichererbsen, weiße Bohnen sind die günstigste Longevity-Zutat.
  • Paseo übernehmen: nach dem Abendessen 30 Minuten gehen, am besten zu zweit, das senkt den Blutzucker nach der Mahlzeit.
  • Sonne nutzen, Haut schützen: Spanier bekommen Vitamin D auf dem Weg zum Café, im Hochsommer mit Schatten und Creme.

Leben und Alltag

Spanierinnen und Spanier werden 83,3 Jahre alt, Frauen fast 86, und die Kurve zeigt weiter nach oben. Das Land hat ein staatliches Gesundheitssystem mit Hausärzten, die im Viertel sitzen und ihre Patienten seit Jahren kennen, eine dichte Struktur aus Plätzen und Straßen, die zu Fuß gelebt werden, und ein Klima, das das Leben nach draußen zieht. Der abendliche Paseo, der gemeinsame Spaziergang nach dem Essen, ist die spanische Version des Ausdauertrainings.

Essen

Die spanische Küche ist die klassische Mittelmeerdiät: Olivenöl, Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Nüsse, wenig rotes Fleisch, Wein in Maßen. Die PREDIMED-Studie aus Spanien ist die wichtigste Ernährungsstudie der letzten zwanzig Jahre: Sie zeigte, dass mediterrane Ernährung mit Olivenöl oder Nüssen Herzinfarkte und Schlaganfälle um etwa 30 Prozent senkt. Die Schwächen des spanischen Alltags: viel Brot, spätes Abendessen und eine Raucherquote von 22 Prozent.

Bewegung und Gemeinschaft

Spanier gehen zu Fuß, weil die Stadt es erlaubt: Bäcker, Markt, Bar und Plaza liegen in Gehweite. Ältere sitzen nicht zu Hause, sondern auf der Bank am Platz, spielen Domino, gehen tanzen. Die Familie ist Netz und Alltag zugleich, und Einsamkeit im Alter ist seltener als in Nordeuropa.

Was wir übernehmen können

Olivenöl als Standardfett, Hülsenfrüchte als Standardgericht, Fisch statt Wurst, den Spaziergang nach dem Essen als Regel. Und die Stadt zu Fuß erobern: Wer die kleinen Wege im Viertel geht, kommt ohne Vorsatz auf seine Schritte.

Für Reisende

Mercados für Frisches, Tapas als kleine Portionen statt großer Teller, Wasser zum Wein. Die Mittagshitze meiden, den Abend zu Fuß verbringen.

Häufige Fragen

Warum liegt Spanien so weit vorn?

Mediterrane Ernährung mit Olivenöl, ein starkes Primärversorgungssystem, viel Alltagsbewegung, soziale Einbindung im Alter und ein sonniges Klima, das nach draußen zieht.

Ist Wein Teil des Geheimnisses?

Nein. Der Vorteil kommt von Olivenöl, Hülsenfrüchten, Fisch und Bewegung. Mäßiger Weinkonsum zum Essen schadet weniger als Trinken ohne Essen, aber Alkohol ist kein Gesundheitsmittel.

Ist die Siesta gesund?

Ein kurzer Mittagsschlaf von 20 Minuten ja. Das späte, schwere Abendessen um 22 Uhr, das oft dazugehört, eher nicht: Es stört Schlaf und Blutzucker.