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Schlaf · Die Werkstatt

Tiefschlaf und Regeneration: Was in der Nacht repariert wird

7 Minuten Lesezeit·

Im Tiefschlaf wird Gewebe repariert, Wachstumshormon ausgeschüttet und das Gehirn gereinigt, im REM-Schlaf werden Erinnerungen sortiert. Was die Schlafphasen tun, was sie stört und wie du mehr Tiefschlaf bekommst, ohne Gerät.

Kurz gesagt

  • Tiefschlaf liegt in der ersten Nachthälfte und repariert Muskeln, Immunsystem und Gehirn; REM-Schlaf liegt in der zweiten und sortiert Erinnerungen und Emotionen.
  • Alkohol, spätes Essen, Wärme und Koffein reduzieren Tiefschlaf; Bewegung am Tag, Kühle und ein regelmäßiger Rhythmus erhöhen ihn.
  • Ab 40 nimmt der Tiefschlaf ab; Krafttraining und Ausdauer wirken dem entgegen.
  • Das glymphatische System spült nachts Abfallstoffe aus dem Gehirn; chronischer Schlafmangel ist ein Demenzrisiko.

Die Phasen einer Nacht

Schlaf läuft in Zyklen von etwa 90 Minuten, vier bis sechs pro Nacht. Jeder Zyklus hat Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf, den Traumschlaf. In der ersten Nachthälfte dominiert der Tiefschlaf, in der zweiten der REM-Schlaf. Deshalb kostet spätes Zubettgehen vor allem Tiefschlaf und frühes Aufstehen vor allem REM. Beide sind unersetzlich, und beide lassen sich nicht nachholen wie ein verpasstes Essen.

Was im Tiefschlaf passiert

Der Körper schüttet den größten Teil des Wachstumshormons aus, das Muskeln, Knochen und Haut repariert. Das Immunsystem bildet Gedächtniszellen und verstärkt die Reaktion auf Erreger und Impfungen. Der Blutdruck sinkt um 10 bis 20 Prozent, das Herz ruht. Und das Gehirn reinigt sich: Im Tiefschlaf weiten sich die Zwischenräume zwischen den Zellen, und das glymphatische System spült Abfallstoffe wie Beta-Amyloid aus, das bei Alzheimer im Gehirn liegen bleibt. Eine einzige durchwachte Nacht erhöht den Amyloid-Spiegel messbar.

Was im REM-Schlaf passiert

Das Gehirn sortiert die Erinnerungen des Tages, verknüpft Neues mit Bekanntem und entschärft emotionale Erlebnisse: Was im REM-Schlaf verarbeitet wird, ist am nächsten Tag weniger belastend. Wer REM-Schlaf verliert, weil er zu früh aufsteht oder Alkohol getrunken hat, ist reizbarer, lernt schlechter und hat mehr Angst. Der REM-Schlaf ist auch der Grund, warum eine Nacht drüber schlafen wirklich hilft.

Die Störer

Alkohol ist der größte: Er unterdrückt REM-Schlaf und fragmentiert die zweite Nachthälfte. Koffein am Nachmittag reduziert den Tiefschlaf um bis zu 20 Prozent, auch wenn man einschläft. Spätes, schweres Essen hält Verdauung und Körpertemperatur hoch, die für Tiefschlaf sinken muss. Ein warmes Schlafzimmer über 20 Grad. Schlafapnoe, die den Tiefschlaf durch Atemaussetzer zerhackt. Und Stress, der das Nervensystem im Alarm hält.

Mehr Tiefschlaf bekommen

Bewegung am Tag ist der stärkste Verstärker: Krafttraining und Ausdauer erhöhen den Tiefschlafanteil der folgenden Nacht. Ein warmes Bad oder eine Dusche ein bis zwei Stunden vor dem Schlafen senkt danach die Körpertemperatur und fördert das Einschlafen in den Tiefschlaf. Ein kühles, dunkles Zimmer. Ein regelmäßiger Rhythmus. Kein Alkohol, kein später Kaffee, frühes Abendessen. Und genug Zeit: Wer nur sechs Stunden schläft, verliert vor allem den REM-Schlaf am Morgen.

Häufige Fragen

Wie viel Tiefschlaf ist normal?

Etwa 15 bis 25 Prozent der Schlafzeit, bei sieben Stunden also 60 bis 100 Minuten. Mit dem Alter sinkt der Anteil. Tracker schätzen ihn ungenau; besser ist die Frage, ob man morgens erholt ist.

Kann ich Tiefschlaf nachholen?

Nach einer kurzen Nacht holt der Körper in der nächsten Nacht Tiefschlaf bevorzugt nach, auf Kosten von REM. Chronischen Mangel gleicht das nicht aus.

Hilft Magnesium für den Tiefschlaf?

Bei Mangel kann es die Schlafqualität verbessern, sonst ist der Effekt klein. Bewegung, Kühle und Rhythmus wirken stärker als jedes Präparat.

Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden, bestehenden Erkrankungen oder vor Änderungen an Medikamenten sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.